Nur einen kurzen Moment hatte ich nicht aufgepasst. Das schwere Eisentor rammte mit Schwung in die Ferse und klemmte den Fuß ein, dass es knackte. Zum Glück war Karen gerade mit dem Auto in der Nähe, so dass sie mich aufsammeln und zur Notaufnahme der Uniklinik fahren konnte. Weil an Auftreten nicht zu denken war, organisierte meine persönliche Krankenschwester einen Rollstuhl und schob mich zum Automaten, wo man brav seinen "Nummerlapp" zieht. Nach der üblichen Wartezeit durfte ich in die Tür des Behandlungszimmers, wo ich von einer Schwester mit den Worten begrüßt wurde: "Sag mal, macht dir das eigentlich Spaß, im Rollstuhl zu sitzen?!" Als höflicher Mensch ging ich gar nicht auf die Frage ein. Ich hatte sie bestimmt nur völlig missverstanden. Dann erfuhr ich, dass ich hier ja wohl völlig falsch sei. Für solche Fälle sei ein ganz anderes Krankenhaus zuständig, aber doch nicht hier, das zweitgrößte Krankenhaus im ganzen Land. Ja, klar, logisch. Auf Wiedersehen. Auf dem Weg zum Auto bestätigte Karen, dass sie die Frage mit dem Rollstuhl übrigens ganz genauso verstanden hatte.
Zweites Krankenhaus, zweiter Nummerlapp. Hier gibt es Schalter wie früher im Bahnhof. Als ich nach all den Formalitäten dann endlich sagen darf, warum ich überhaupt hier bin, sieht mich ein verwundertes Gesicht an und sagt: "Unmöglich. Einen Fuß kann man sich nicht brechen." Dann bemüht sie sich aus dem Schalter heraus um meinen geschwollenen Fuß kritisch zu begutachten. "Nein, nein, kann nicht sein. Das sind so viele kleine Knochen, der ist so flexibel, der bricht nicht. Aber gut - wenn Du halt unbedingt willst, kann ich ja mal 'ne Krankenschwester draufsehen lassen." Will ich unbedingt. Eigentlich wäre Röntgen doch auch keine schlechte Idee, oder?
Warten. Behandlungszimmer. Weiterwarten. Endlich, Krankenschwester. "Na, was hat er denn??" Ich nenne meine Vermutung und ernte einen kritischen Blick von unten mit hochgezogener Augenbraue. Sie tastet meine Zehen ab, aber nicht da, wo's weh tut. Ergebnis: "Nein." Das sei nur 'ne Stauchung. Man könne einen Fuß nicht brechen, das seien so viele kleine Knochen - das hör ich bestimmt fünf Mal. "Stell Dich mal hin! Guck mal, geht doch! Also, ab nach Hause mit dir! Was, Röntgen, wieso? Also, ich weiß wirklich nicht... Wenn Du unbedingt drauf bestehst..., aber ich sag Dir gleich: Du wirst die ganze Nacht hier sitzen und auf dein Röntgenbild warten! Komm lieber ein anderes Mal wieder, wenn es wirklich nicht besser wird. Krücken? Ach, komm, das kriegst Du schon so hin!" Komisch: Warum fühle ich mich hier grundsätzlich wie ein Simulant? Ich humpel heim. Die Schmerzen werden wirklich etwas besser, doch der ganze Fuß wird dicker und dunkelblauer. Aber komm schon, Mann, ich bin ein Mann.
Zehn Tage später. Am Ostermontag wage ich erstmals wieder, mit dem Hund rauszugehen, pardon, rauszuhumpeln. Das war keine gute Idee. Die Schmerzen kommen zurück. Osterdienstag ist deshalb wieder Zeit für einen neuen Nummerlapp. Dieselbe Schwester erkennt mich und sieht etwas entsetzt aus: "Aber es sind doch so viele kleine Knochen..." stammelt sie immer wieder, während sie wieder dieselben Stellen abtastet, die noch nie weh getan haben. Heute bekomme ich Röntgen. Und endlich einen Arzt. Und so schwer es ist, hier zu einem Arzt durchzukommen, so super sind die Ärzte dann aber auch. Resultat: Gesplittertes Fersenbein im Innenfuß, vier Wochen Gips, Krankschreibung bis Ende Mai und anschließender Reha.
Die Moral von der Geschicht? Das Fersenbein besteht nicht aus vielen kleinen, flexiblen Knöchelchen.
Zweites Krankenhaus, zweiter Nummerlapp. Hier gibt es Schalter wie früher im Bahnhof. Als ich nach all den Formalitäten dann endlich sagen darf, warum ich überhaupt hier bin, sieht mich ein verwundertes Gesicht an und sagt: "Unmöglich. Einen Fuß kann man sich nicht brechen." Dann bemüht sie sich aus dem Schalter heraus um meinen geschwollenen Fuß kritisch zu begutachten. "Nein, nein, kann nicht sein. Das sind so viele kleine Knochen, der ist so flexibel, der bricht nicht. Aber gut - wenn Du halt unbedingt willst, kann ich ja mal 'ne Krankenschwester draufsehen lassen." Will ich unbedingt. Eigentlich wäre Röntgen doch auch keine schlechte Idee, oder?
Warten. Behandlungszimmer. Weiterwarten. Endlich, Krankenschwester. "Na, was hat er denn??" Ich nenne meine Vermutung und ernte einen kritischen Blick von unten mit hochgezogener Augenbraue. Sie tastet meine Zehen ab, aber nicht da, wo's weh tut. Ergebnis: "Nein." Das sei nur 'ne Stauchung. Man könne einen Fuß nicht brechen, das seien so viele kleine Knochen - das hör ich bestimmt fünf Mal. "Stell Dich mal hin! Guck mal, geht doch! Also, ab nach Hause mit dir! Was, Röntgen, wieso? Also, ich weiß wirklich nicht... Wenn Du unbedingt drauf bestehst..., aber ich sag Dir gleich: Du wirst die ganze Nacht hier sitzen und auf dein Röntgenbild warten! Komm lieber ein anderes Mal wieder, wenn es wirklich nicht besser wird. Krücken? Ach, komm, das kriegst Du schon so hin!" Komisch: Warum fühle ich mich hier grundsätzlich wie ein Simulant? Ich humpel heim. Die Schmerzen werden wirklich etwas besser, doch der ganze Fuß wird dicker und dunkelblauer. Aber komm schon, Mann, ich bin ein Mann.
Zehn Tage später. Am Ostermontag wage ich erstmals wieder, mit dem Hund rauszugehen, pardon, rauszuhumpeln. Das war keine gute Idee. Die Schmerzen kommen zurück. Osterdienstag ist deshalb wieder Zeit für einen neuen Nummerlapp. Dieselbe Schwester erkennt mich und sieht etwas entsetzt aus: "Aber es sind doch so viele kleine Knochen..." stammelt sie immer wieder, während sie wieder dieselben Stellen abtastet, die noch nie weh getan haben. Heute bekomme ich Röntgen. Und endlich einen Arzt. Und so schwer es ist, hier zu einem Arzt durchzukommen, so super sind die Ärzte dann aber auch. Resultat: Gesplittertes Fersenbein im Innenfuß, vier Wochen Gips, Krankschreibung bis Ende Mai und anschließender Reha.
Die Moral von der Geschicht? Das Fersenbein besteht nicht aus vielen kleinen, flexiblen Knöchelchen.

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