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Den Student mit links genommen

"Att ta studenten" - den Student nehmen, so heißt Abitur machen auf schwedisch. Und nun war es schon wieder soweit: Das zweite unserer Kinder hat die Schule verlassen. In Schweden ist dies ein Fest, das von Größe, Bedeutung und Aufwand locker einer Hochzeit gleichkommt. Ein Fest in Bildern.

Die Festwoche beginnt traditionell mit dem großen Ball. Zu unserer Familientradition gehört es mittlerweile, dass sich unser Nachwuchs mit seinen besten Schulfreunden bei uns zu Hause trifft, erst zum Sekt,...
... dann zum Fotoshooting. Heuer war es eine reine Boygroup.
Geschafft! Nach tagelangem Vorbereiten ist der Garten fertig, der Rasen gemäht, das Festzelt aufgestellt, die Tische bestellt und gestellt, das Essen vorbereitet, die Flaggen gehisst, die Fackeln entzündet, die Musik am Laufen. Doch bis die Gäste kommen...
...müssen wir erst mal samt Omas in die Schule fahren...
... wo auf dem Schulhof schon wild gefeiert wird zum traditionellen...
"Raussprung", "utspringet" auf schwedisch, wo jede Klasse in geloster Reihenfolge 30 Sekunden Show zu selbst gewählter Musik auf der Bühne bekommt um sich von der jubelnden Menge feiern zu lassen.
Es hagelt Gratulationen und Umarmungen - wie zum Beispiel hier von der ehemaligen Schwedischlehrerin.
Dann der nächste Höhepunkt: Das "Studentflak" - ein Truck, den sich jede Klasse mietet, ...
... um damit stundenlang tanzend und feiernd kreuz und quer durch Göteborg zu gondeln um die Welt wissen zu lassen: Wir haben's geschafft! Samt DJ, richtig lauter Musik und allem, was dazu gehört.
Während Nils auf dem Flak tanzt, wird zu Hause das Buffet vorbereitet,
die Fackeln neu entzündet,
und ein wenig vorgefeiert.
Doch irgendwann kommen sowohl Gäste als auch Nils, und erstere stehen Schlange zum Gratulieren...
--- während andere bei 26°C ständig neue Getränke herbeischleppen dürfen.
Es werden offizielle Fotos gemacht, ...
... natürlich auch mit Omas, die eigens zu diesem Zweck aus Deutschland angereist sind. Man beachte das Foto von Nils im Hintergrund, aufgenommen vor vielen Jahren im Hitzhofener Rapsfeld.

Bis dann irgendwann nur noch die wahren Hard-Core-Freunde übrigbleiben...

... für die man dann auch gerne auch eine Flasche Sekt öffnet (in Schweden bietet man sonst nie freien Alkohol auf Feiern an)...
... bis Nils sich in bester Laune zur Fortsetzung der Feierlichkeiten in der Stadt - ohne Gäste und Familie, nur mit Klassenkameraden - ordnungsgemäß abmeldet.
Und all das ist nur ein Teil der Abiturfeiern! Wer das erleben will, muss entweder sein Abitur in Schweden machen - oder ist hiermit zur nächsten Abiturfeier unserer Tochter im Jahre 2018 herzlich bei uns eingeladen!

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