Direkt zum Hauptbereich

Ikone abzugeben


 In einem unserer letzten Videogrüße an unsere alte Gemeinde in Ingolstadt habe ich zusammengefasst, wie sich unsere Familie durch den Umzug an viele Veränderungen gewöhnen musste:



Wir wurden herausgefordert, Dinge zu tun, über die ich in Deutschlannd ernsthaft nie nachgedacht hätte. Ein Heim zu kaufen - weil es nichts zu mieten gab. Eine Firma zu gründen. Arbeitgeber zu werden. Mit Obdachlosen zu speisen und einen Tag später Politiker zu treffen und danach mit abzuschiebenden Asylanten zu weinen. Menschen aus der ganzen Welt in unserer Küche zu haben.

So etwas beeinflusst auch so viele andere Alltagsentscheidungen. Zum Beispiel unser Umweltbewusstsein. 2011 haben wir in eine fossilfreie Wärmepumpe investiert. Seit 2013 rüsten wir auf LED-Beleuchtung um. Seit 2015 kaufen wir nur Strom von erneuerbaren Quellen. Seit 2017 verzichtet die ganze Familie auf Fleischverzehr, die meisten sogar auf Milchprodukte. Und 2018 ist das Jahr, in dem wir eine weitere, wahrlich deutsche Ikone aufgeben: Das eigene Auto.

Im Sommer habe ich die Volvo-Carsharing Variante ausgetestet:



Wir sind begeistert. Seit diesem ersten Test haben wir zwei Monate "so getan", als besäßen wir gar kein Auto mehr, und unseren Bus voller Ignoranz einfach stehengelassen. Öffentlicher Nahverkehr war die Devise und Carsharing bei echtem Bedarf eines Autos. Ergebnis: Gebongt. Bald besitzten wir kein Auto mehr!



Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

MKOANASA 2018: Eine Neujahrskarte

In wenigen Stunden wird 2018 Geschichte sein. Und so sah's für uns aus:

Den Student mit links genommen

"Att ta studenten" - den Student nehmen, so heißt Abitur machen auf schwedisch. Und nun war es schon wieder soweit: Das zweite unserer Kinder hat die Schule verlassen. In Schweden ist dies ein Fest, das von Größe, Bedeutung und Aufwand locker einer Hochzeit gleichkommt. Ein Fest in Bildern. Die Festwoche beginnt traditionell mit dem großen Ball. Zu unserer Familientradition gehört es mittlerweile, dass sich unser Nachwuchs mit seinen besten Schulfreunden bei uns zu Hause trifft, erst zum Sekt,... ... dann zum Fotoshooting. Heuer war es eine reine Boygroup. Geschafft! Nach tagelangem Vorbereiten ist der Garten fertig, der Rasen gemäht, das Festzelt aufgestellt, die Tische bestellt und gestellt, das Essen vorbereitet, die Flaggen gehisst, die Fackeln entzündet, die Musik am Laufen. Doch bis die Gäste kommen... ...müssen wir erst mal samt Omas in die Schule fahren... ... wo auf dem Schulhof schon wild gefeiert wird zum traditionellen... "Raussprung...

So war das nicht geplant...

Dieser Sommer verlief ganz anders als geplant. Nicht nur, dass wir eigentlich viel mehr Sonne eingeplant hatten als wir je zu sehen bekamen. Am Tag der geplanten Abreise zu 10 Tagen Kanuurlaub im Dalsland kam der Anruf, dass Karens Vater plötzlich ins Krankenhaus gekommen sei. Einige Stunden später entschieden wir uns, die Kanus wieder vom Dach zu packen und lieber in Richtung Deutschland aufzubrechen. Einige Tage danach verstarb Karens Vater im Kreise seiner Familie. Als Pastor in der Familie hatte ich die Ehre, meinem Schwiegervater einen letzten Dienst zu erweisen, indem ich die Trauerfeier übernahm.  Trotz allem Schweren sind wir dankbar, dass wir so flexibel sein konnten und als ganze Familie in dieser Schweren Zeit zusammensein konnten. Die Fotografie hat mir geholfen, das Auf und Ab der Gefühle auszudrücken, deshalb habe ich ungewöhnlich viel fotografiert. Auf jeden Fall sind wir irgendwann wieder gut zu Hause angekommen...  ...und hatten dann...