Geheilt! Ich wurde geheilt! Geheilt von einem angeborenen Leiden, welches eine psychosomatische Form des Fernwehs war: Dieser Stich im Herz gefolgt von Bluthochdruck und Konzentrationslosigkeit, wenn jemand einen Reisepass sein Eigen nennen durfte, welcher nicht vom langweiligen Einwohnermeldeamt gleich um die Ecke, sondern von deutschen Vertretungen an den exostischsten Stellen dieser Welt ausgestellt wurde. So einen wollte ich auch schon immer haben! Ach, dieser Hauch des Abenteuers, des Unbekannten! Stattdessen war ich einfacher Betriebsschlosser, eingesperrt als Teenager in einer stinkenden Fabrik.
In dieser Zeit wurde ich gefunden von Jesus und eingeladen, ihm nachzufolgen. Ich habe Jesus als eine erstaunliche, faszinierende Persönlichkeit kennengelernt, die meine eigene Persönlichkeit, meine Gaben und Wünsche sehr, sehr ernst nimmt. Deshalb erschien es nur logisch, ihm eines Tages zu sagen: "Jesus, du meinst es wirklich gut mit mir - deswegen gebe ich dir alles, was ich habe, ausnahmslos." Damit begann eine sehr, sehr außergewöhnliche Reise. Jesus wusste immer bestens, was gerade wichtig und dran war. Und siehe da, 25 Jahre nach meiner ersten Begegnung mit ihm hielt ich einen Reisepass in den Händen - ausgestellt auf meinen Namen von der Deutschen Botschaft Stockholm! Wow! Das ist doch viel imposanter als Einwohnermeldeamt Gummersbach oder Hitzhofen, von denen 99,998% der Weltbevölkerung gar nicht wissen, dass die überhaupt existieren! Aber Jesus ist keine Wunschmaschine, sondern er ist gut und ehrlich. Er stellt sicher, dass man versteht, dass alles seine zwei Seiten hat. Am 24. September dieses Jahres ließ er deswegen zu, dass mir jener Pass geklaut wurde. Nur wenige Wochen vor zwei geplanten Dienstreisen nach Madrid und Minnesota.
Zum allerersten Mal ertappte ich mich bei dem unerklärlichen Gedanken, wie angenehm es doch jetzt sein könnte, die 500 Meter eben zu Fuß zur Frau Haas auf dem Dorfamt Hitzhofen gehen zu können. Ich erinnere mich immer noch an sie, und sie vielleicht auch noch ein wenig an die verrückten Fritschs. Ihr könnte ich die Geschichte erzählen, und sie würde bestimmt eine Lösung haben. Aber nun? Nun bin ich plötzlich ein passloser Anomymer im Ausland und muss beweisen, dass ich bin, der ich behaupte zu sein. Und obendrein behaupte ich, den neuen Pass schnellstmöglich haben zu müssen. Aus einem fiktiven Plausch mit der hilfreichen Frau Haas wird nun eine verzweifelte Jagd nach offiziellen Dokumenten von allen möglichen schwedischen und deutschen Behörden. Zum Beispiel eine Geburtsturkunde, frisch gedruckt und abgestempelt an jenem Ort, wo ich das Licht der Welt erblickte. Der ist bloß 1000km weit weg und es liegt ein ganzes Meer dazwischen.
Ich habe Frau H. auf dem Dorfamt nie verraten, wie sehr ich mich jedes Mal über die horrenden Passgebühren geärgert habe. Sie konnte ja auch nichts dazu. Heute aber würde ich sie umarmen und küssen wollen (vielleicht ist ja jetzt froh, dass ich so weit weg bin), denn nie habe ich einen Pass billiger bekommen als bei ihr, echte Schnäppchen waren das. Im Ausland werden Dokumente nämlich schnell doppelt so teuer. Und wenn man, so wie ich jetzt, obendrein noch einen vorläufigen Pass braucht, dann werden die Preise noch viel, viel großzügiger.
Tja, und aus dem 500m Spaziergang zum Dorfamt wird nun ein 500km Flug zur Botschaft in der Hauptstadt. Was in Hitzhofen höchstens 4 Stunden meiner Zeit gefordert hätte, fordert hier zusammengerechnet 40, fast eine ganze Arbeitswoche; was mich in Deutschland vielleicht 50 € gekostet hätte, kostet mich hier 500.
Was soll ich sagen? Danke, Jesus. Nein ehrlich, ich meine es ernst. Ich bin dankbar für diese kostspieligen Erfahrungen. Du hast echt kreative Therapien. Aber ohne die wäre ich wohl nie von meinem psychosomatischen Fernweh geheilt worden.
In dieser Zeit wurde ich gefunden von Jesus und eingeladen, ihm nachzufolgen. Ich habe Jesus als eine erstaunliche, faszinierende Persönlichkeit kennengelernt, die meine eigene Persönlichkeit, meine Gaben und Wünsche sehr, sehr ernst nimmt. Deshalb erschien es nur logisch, ihm eines Tages zu sagen: "Jesus, du meinst es wirklich gut mit mir - deswegen gebe ich dir alles, was ich habe, ausnahmslos." Damit begann eine sehr, sehr außergewöhnliche Reise. Jesus wusste immer bestens, was gerade wichtig und dran war. Und siehe da, 25 Jahre nach meiner ersten Begegnung mit ihm hielt ich einen Reisepass in den Händen - ausgestellt auf meinen Namen von der Deutschen Botschaft Stockholm! Wow! Das ist doch viel imposanter als Einwohnermeldeamt Gummersbach oder Hitzhofen, von denen 99,998% der Weltbevölkerung gar nicht wissen, dass die überhaupt existieren! Aber Jesus ist keine Wunschmaschine, sondern er ist gut und ehrlich. Er stellt sicher, dass man versteht, dass alles seine zwei Seiten hat. Am 24. September dieses Jahres ließ er deswegen zu, dass mir jener Pass geklaut wurde. Nur wenige Wochen vor zwei geplanten Dienstreisen nach Madrid und Minnesota.
Zum allerersten Mal ertappte ich mich bei dem unerklärlichen Gedanken, wie angenehm es doch jetzt sein könnte, die 500 Meter eben zu Fuß zur Frau Haas auf dem Dorfamt Hitzhofen gehen zu können. Ich erinnere mich immer noch an sie, und sie vielleicht auch noch ein wenig an die verrückten Fritschs. Ihr könnte ich die Geschichte erzählen, und sie würde bestimmt eine Lösung haben. Aber nun? Nun bin ich plötzlich ein passloser Anomymer im Ausland und muss beweisen, dass ich bin, der ich behaupte zu sein. Und obendrein behaupte ich, den neuen Pass schnellstmöglich haben zu müssen. Aus einem fiktiven Plausch mit der hilfreichen Frau Haas wird nun eine verzweifelte Jagd nach offiziellen Dokumenten von allen möglichen schwedischen und deutschen Behörden. Zum Beispiel eine Geburtsturkunde, frisch gedruckt und abgestempelt an jenem Ort, wo ich das Licht der Welt erblickte. Der ist bloß 1000km weit weg und es liegt ein ganzes Meer dazwischen.
Ich habe Frau H. auf dem Dorfamt nie verraten, wie sehr ich mich jedes Mal über die horrenden Passgebühren geärgert habe. Sie konnte ja auch nichts dazu. Heute aber würde ich sie umarmen und küssen wollen (vielleicht ist ja jetzt froh, dass ich so weit weg bin), denn nie habe ich einen Pass billiger bekommen als bei ihr, echte Schnäppchen waren das. Im Ausland werden Dokumente nämlich schnell doppelt so teuer. Und wenn man, so wie ich jetzt, obendrein noch einen vorläufigen Pass braucht, dann werden die Preise noch viel, viel großzügiger.
Tja, und aus dem 500m Spaziergang zum Dorfamt wird nun ein 500km Flug zur Botschaft in der Hauptstadt. Was in Hitzhofen höchstens 4 Stunden meiner Zeit gefordert hätte, fordert hier zusammengerechnet 40, fast eine ganze Arbeitswoche; was mich in Deutschland vielleicht 50 € gekostet hätte, kostet mich hier 500.
Was soll ich sagen? Danke, Jesus. Nein ehrlich, ich meine es ernst. Ich bin dankbar für diese kostspieligen Erfahrungen. Du hast echt kreative Therapien. Aber ohne die wäre ich wohl nie von meinem psychosomatischen Fernweh geheilt worden.

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